Gerontologe Carsten Niebergall, Regierungsrat Urs Martin, Projektleiter René Künzli und Pflegefachfrau Rebecca Bohli bei der Ziehung der Wettbewerbsgewinnerinnen und -gewinner. Bild: Nico Wrzeszcz
01.07.2025 16:06
Ausflug ins Conny-Land für die Gewinnerinnen und Gewinner
Im Rahmen der Sensibilisierungskampagne «Würdevolles Leben mit Demenz im Thurgau» konnten Kinder an einem Wettbewerb der terzStiftung teilnehmen. Regierungsrat Urs Martin durfte am Freitag dabei für 20 Gewinnerinnen und Gewinner die Glücksfee spielen.
Frauenfeld Der Kanton Thurgau betreibe schon seit längerer Zeit diverse Massnahmen im Bereich Demenz, aktuell läuft die Sensibilisierungskampagne noch bis Ende des Jahres. «Demenz und Alzheimer gibt es meist bei jedem irgendwo in der Familie oder im Bekanntenkreis. Vermutlich werden wir in Zukunft noch mehr Fälle haben, trotz dem medizinischen Fortschritt», erklärte Regierungsrat Urs Martin im Rahmen der Ziehung der Gewinnerinnen und Gewinner. Im Auftrag des Kantons habe die terzStiftung die Sensibilisierungskampagne durchgeführt. «Wir wollen das Thema Demenz sichtbarer machen und den Betroffenen aufzeigen, wie man trotz Krankheit die Lebensqualität so gut wie möglich erhalten kann», so der Gesundheits- und Sozialdirektor.
Kampagne vor zwei Jahren gestartet
das Projektteam der terzStiftung besteht aus vier Personen: Pflegefachfrau Rebecca Bohli, Gerontologe Carsten Niebergall, Medienfachmann Werner Lenzin und Projektleiter René Künzli. «Für unsere Kampagne hatten wir drei Jahresmottos. 2023 ging es um 'Demenz aus der Sicht der Betroffenen', 2024 lautete das Motto 'Demenz aus der Sicht der Angehörigen', und in diesem Jahr 'Demenz aus Sicht der Enkelkinder'», betonte René Künzli. Im Umgang mit Betroffenen ginge es darum, möglichst früh Abklärungen zu treffen. «Es ist wichtig, Demenz früh zu erkennen und sich dann auch mit den Angehörigen besprechen. Viele tun sich bei diesem Thema noch sehr schwer», so Künzli weiter.
Rund 70 Prozent aller Betroffenen würde zu Hause betreut. «Das ist für die Angehörigen eine Beanspruchung rund um die Uhr. Dabei ist es wichtig, dass man auch mal auf sich selbst schaut.» Der Kanton Thurgau sei im Bereich Entlastung und dem dazu passenden Angebot vorbildlich.
Wie erreicht man Kinder?
In diesem Jahr stand das Motto 'Demenz aus Sicht der Enkelkinder' im Vordergrund. Für diese sei es besonders schwer, mit Veränderungen bei den Grosseltern umzugehen. «Auf den ersten Blick passt das Thema Demenz und Enkelkinder nicht zusammen», erklärte Pflegefachfrau Rebecca Bohli. Doch es sei äusserst wichtig, haben doch Kinder meist ganz besondere Beziehungen zu ihren Grosseltern. «Wir haben uns überlegt, wie wir das Thema Demenz kindgerecht erklären können.» Daraus entstanden ist ein erster Anlass im Mai mit Musiker Andrew Bond und Kindergeschichtenautorin Kathrin Hofer Weber in Weinfelden. «Dazu haben wir Schullektionen gestaltet, um die Kinder mit Demenz in Kontakt zu bringen. In jeder Klasse konnte mindestens ein Schüler bereits etwas darüber erzählen», so Bohli. Sie hoffe, dass im Laufe des Jahres noch weitere Schullektionen durchgeführt werden können. Zur diesjährigen Kampagne gibt es auch eine Broschüre mit der Kindergeschichte von Kathrin Hofer Weber. Davon seien 20'000 verteilt worden.
Mit Geschichte einen Ausflug gewinnen
Die Broschüren sollten nicht einfach nur verteilt werden. «Wir wollten, dass die Kinder über die Geschichte reden und sich auch damit auseinandersetzen», erklärte Gerontologe Carsten Niebergall. «Daher haben wir einen Wettbewerb lanciert. Am Ende der Broschüre gab es sechs kindgerechte Multiple Choice-Fragen, die nur beantwortet werden können, wenn man die Geschichte auch gelesen hat.» Als Preis gab es für 20 Gewinnerinnen und Gewinner einen Ausflug ins Conny-Land mit drei Begleitpersonen nach Wahl zu gewinnen. «Diese 20 Gewinnerinnen und Gewinner dürfen vor Ort ein Frühstück mit Seelöwen geniessen. Anschliessend wird Alzheimer Thurgau zu einem 30-Jahr-Jubiläum geehrt. Danach erfolgt die Ehrung der Gewinnerinnen und Gewinner durch Kathrin Hofer Weber.» Nach diesem Anlass können alle den restlichen Tag im Conny-Land geniessen.
«Wir haben insgesamt 295 Antworten erhalten, davon waren 250 Richtige dabei. Die Hälfte haben wir per Post erhalten, die andere Hälfte elektronisch über den QR-Code», so Niebergall. Aus diesen Einsendungen durfte am Ende Regierungsrat Urs Martin die Glücksfee spielen. Für ihn an einem Freitag zum Wochenende hin eine dankbare Aufgabe. «In meinem vollen Terminkalender gibt es viele anspruchsvolle Aufgaben, da ist es umso schöner, zum Ende der Woche hin, 20 Teilnehmenden eine Freude zu bereiten.»
Von Nico Wrzeszcz