20.12.2024 00:00
Ein Lichtermeer am Frauenfelder Weihnachtsmarkt
«Eine Million Sterne» als Zeichen der Solidarität für Armutsbetroffene
Am Samstag, 21. Dezember 2024 engagieren sich junge Erwachsene, Firmand*innen der Pfarrei St. Anna und Konfirmand*innen der Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld, für das Sozialprojekt «Eine Million Sterne» der Caritas-Organisation. Im Rahmen des Frauenfelder Weihnachtsmarktes sorgen die jungen Erwachsenen von 16.00 – 19.30 Uhr beim Himalaya, dem Strassenabschnitt zwischen der katholischen Stadtkirche St. Nikolaus und dem Bücherladen Saxbooks, für Aufmerksamkeit und ein Lichtermeer der Solidarität für Armutsbetroffene in der Schweiz.
Frauenfeld Gemeinsam sammeln junge Menschen Spenden und laden anwesende Kinder und Erwachsene, Besucherinnen und Besucher des Weihnachtsmarktes ein, ein Licht anzuzünden und ein Zeichen der Solidarität für die von Armut betroffenen Menschen zu setzen. Jede Kerze, jede Zuwendung bringt Hoffnung. Denn Betroffene sind oft unsichtbar. Dennoch trifft es fast 10% der Schweizer Bevölkerung. Alle sind eingeladen das Lichtermeer und die Atmosphäre zu geniessen. Das Caritas Projekt «Eine Million Sterne» hat nicht nur zum Ziel ein Zeichen für Solidarität mit den Mitmenschen zu setzen, sondern ganz bewusst darauf aufmerksam zu machen, dass diese, am Rande der Gesellschaft Lebenden, oftmals nicht wahrgenommen werden. Menschen leben nebeneinanderher und erkennen nicht, wann und in welcher Form Hilfe geschehen soll. Mehr Mitgefühl und Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen bringen einander näher und verbindet. Das ist das Ziel der Aktion.
Jeder Besucher ist eingeladen, als Zeichen des Miteinanders eine Kerze anzuzünden. Gespendet wird freiwillig. Mit den Einnahmen werden bei der Caritas Thurgau die Sozialberatung und die Einzelfallhilfe für Menschen, welche im Thurgau leben, unterstützt. Beispiele Bedürftiger sind Alleinerziehende, in psychischer oder finanzieller Notlage, Jugendliche, welche nach ihrer Volljährigkeit von den Eltern auf die Strasse gesetzt werden oder ältere Menschen, welche vor ihrer Pension der Arbeitslosigkeit zum Opfer gefallen sind und im Endeffekt ausgesteuert werden. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Keiner wählt den Weg, ausgeschlossen zu sein, so bietet die Caritas Hilfe an, wo der Sozialstaat keine Möglichkeiten sieht.
Das Lichtermeer, mit mehr als 1000 Kerzen, birgt ein ruhiger Pool inmitten des emsigen Treibens des Weihnachtsmarktes. Die Frauenfelder Organisatoren der «Eine Million Sterne» Aktion freuen sich auf viele Begegnungen und Spender*innen am Samstag, 21. Dezember ab 16.00 Uhr. Ein Lichtermeer von Menschen für Menschen – seien Sie dabei.
Die Kerzenaktion wurde erstmals 1984 in Frankreich von der Caritas in Annecy ins Leben gerufen. Damals verteilten Freiwillige in der Weihnachtszeit Kerzen an Passant*innen auf der Strasse und sammelten dafür Spenden für soziale Projekte von Caritas. Im Jahr 1991 wurde die Weihnachtskampagne unter dem Namen «10 Millionen Sterne» landesweit in Frankreich eingeführt, um die Stimme für die Ärmsten der Gesellschaft zu erheben. Jede Kerze sollte ein Symbol des Friedens und der Versöhnung sein. Seither werden dort die Vorplätze von Kathedralen, Kirchentreppen und anderen Versammlungsorten mit Kerzen beleuchtet und verbreiten das Licht von Weihnachten.
Eine positive Idee breitet sich aus
Nach und nach wuchs die Veranstaltung und die Idee mit den Lichtermeeren verbreitete sich international weiter: Im Jahr 2002 nahm «Eine Millionen Sterne» dann eine europäische Dimension an und 2003 wurde das Engagement des Caritas-Netzwerks weltweit ausgerollt. In die Schweiz kam die Veranstaltung im Jahr 2005. Caritas schaffte damit einen Anlass, der die Verbundenheit aller Menschen über Grenzen hinweg erlebbar macht. Noch heute werden die Aktionen in rund einem Dutzend Länder jedes Jahr zur Weihnachtszeit durchgeführt, denn leider hat sich die Schere zwischen Armut und Wohlstand zuletzt eher verstärkt. Deshalb wollen die regionalen Caritas-Organisationen der Schweiz gemeinsam mit allen teilnehmenden Partner*innen den Gemeinschaftssinn und Solidaritätsgedanken in der Gesellschaft fördern. Mit den gesammelten Spendengeldern werden Menschen in prekären Lebenssituationen unterstützt, ihre vorhandenen Ressourcen gestärkt und ihre gesellschaftliche Integration gefördert – unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion.
«Eine Million Sterne» – eine Solidaritätsaktion von Caritas
Wir alle sind Mitglieder einer Gesellschaft, die täglich individueller wird. Die Solidarität schwindet, zum Beispiel zwischen Reichen und Armen, zwischen Gesunden und Kranken, zwischen den Generationen. Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen. Caritas führt in der Weihnachtszeit mit der Unterstützung von vielen lokalen oder regionalen Partnern die Kampagne «Eine Million Sterne» durch. Diese steht für Solidarität und Gemeinschaftssinn. Caritas will damit einen Anlass schaffen, der die Verbundenheit aller Menschen in der Schweiz erlebbar macht. In unserem Land gibt es Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind: Denn Not und Armut existieren auch bei uns. So sind über eine Million Menschen gefährdet, in die Armut abzurutschen. Jedes sechste Kind ist gar von Armut bedroht. Caritas engagiert sich dafür, die Armut zu verringern und den Betroffenen die Chance auf eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Mit der Kampagne «Eine Million Sterne» können alle ein Zeichen setzen, dass wir gemeinsam gegen Not und Armut kämpfen und uns solidarisch zeigen mit den Menschen, die davon betroffen sind.
eingesandt