Bei der Medienkonferenz (v.l.): Simon Forster und Michaela Lüthi vom Betrieb für Gemüsekulturen, Gemeindepräsident Markus Bürgi sowie Sandro Brandenberger, Leiter Trink- und Badewasserkontrolle beim Kanton.
23.02.2026 00:00
Gemüsebetrieb verschmutzte Trinkwasser in Stettfurt
Verschmutzung des Trinkwassers aufgeklärt
Nachdem am Dienstag letzte Woche bekannt wurde, dass Stettfurt ein Trinkwasserverbot erhängte, ist nun klar, was das Wasser verschmutzte: Im Leitungsnetz der Gemeinde wurde eine grössere Menge Lauche festgestellt, verursacht durch einen Gemüsebetrieb. Das Wasserbezugsverbot bleibt nach wie vor für einen Teil der Gemeinde bestehen.
Stettfurt Eingangs der Medienkonferenz am Montagmorgen im Tscharnerhaus informierten Gemeindepräsident Markus Bürgi sowie Sandro Brandenberger, Leiter der Trink- und Badewasserkontrolle beim Kanton, über den Verlauf der Verunreinigung des Trinkwassers in der Gemeinde Stettfurt sowie über die Abklärungen und die daraus gewonnen Erkenntnisse.
Schnell reagiert
Der Gemeinderat Stettfurt hatte am Dienstagmorgen vergangener Woche per sofort ein generelles Trinkverbot ausgesprochen, nachdem die mikrobiologische Verunreinigung des Trinkwassers festgestellt worden war. Um die Wasserversorgung aufrecht zu erhalten, erhielt die Bevölkerung Trinkwasser in Flaschen. Bereits am Mittwochabend konnte in einem ersten Schritt das Bezugsverbot von Leitungswasser aufgrund der Resultate der Proben für die Hochzone wieder aufgehoben werden. Wie Gemeindepräsident Markus Bürgi informierte, gilt für die Dorfzone nach wir vor ein Konsumverbot. In diesem Bereich werde regelmässig gespült und beprobt. «Die Werte verbessern sich.» Vertiefte Analysen des Kantonalen Labors haben ergeben, dass zu Beginn der vergangenen Woche im Leitungsnetz der Gemeinde eine grössere Menge Wasser aus der Lauche vorhanden war. Dieses Lauchewasser vermischte sich mit dem Trinkwasser und führte zur Verunreinigung. Es stehe fest, dass diese Menge an Wasser aus der Lauche durch einen Grossbetrieb, der Wasser aus der Lauche beziehen darf, in das Leitungsnetz der Gemeinde gelangte. Der Betrieb für Gemüsekulturen verwendet zur Reinigung der Aussenplätze und Maschinen Wasser aus der Lauche. «Weil Verbindungen zwischen Lauchewasser und Netzwasser im Betrieb möglich sind, kann die Verunreinigung nur dort passiert sein», so Gemeindepräsident Markus Bürgi.
Leitungsnetz überprüft
Gemäss Geschäftsführerin Michaela Lüthi liess man das Leitungsnetz sofort intern und durch einen externen Spezialisten prüfen. Auch die Gemeinde liess das Leitungsnetz des Betriebs durch Fachpersonen inspizieren. «Bei allen Kontrollen konnte nicht direkt geklärt werden, wie genau es zur Verunreinigung kam. «Es ist für uns unklar, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte», sagt Michaela Lüthi weiter. «Auch wenn wir den konkreten Vorgang nicht nennen können, möchten wir uns bei allen Einwohnern der Gemeinde Stettfurt von Herzen entschuldigen». Gleichzeitig sei man mit Hochdruck daran, eine mögliche konkrete Ursache herauszufinden. Als Sofortmassnahme wurde im Betrieb die Verwendung von Wasser aus der Lauche eingestellt. Die Gemeinde hat zudem den Einbau eines Systemtrenners angeordnet.
Krankheitsfälle
Die Zeitung «Blick» berichtete, dass Schulpräsident Charly Dohr auf Anfrage» bestätigte, dass es am Montag 52 Krankmeldungen gab, am Dienstag waren noch 35 von 150 Kindern krank und am Mittwoch waren es noch 32. Dohr betonte jedoch: Es sei nicht sicher nachgewiesen, dass die Kinder aufgrund des Trinkwassers erkrankt seien.
Dank für Unterstützung
Gemeindepräsident Markus Bürgi dankte den Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung, den beteiligten Fachpersonen, dem Kantonalen Labor, den Wasserwarten der Gemeinde, dem Regionalen Führungsstab und den zahlreichen weiteren Helferinnen und Helfern für die Unterstützung in dieser ausserordentlichen Situation. Ein besonderer Dank geht an die Stettfurter Bevölkerung, welche die Anordnungen mitgetragen hat.
Angelina Rabener