Stadtpräsident Claudio Bernold, Robert Scherzinger, Leiter Amt für Hochbau und Stadtplanung, Stadträtin Andrea Hofmann Kolb und Sascha Buni, Leiter Amt für Tiefbau und Verkehr, im sanierungsbedürftigen Stadtbusdepot. Bild: Nico Wrzeszcz
04.02.2026 11:54
«Nachhaltig und zukunftsorientiert denken»
Werkhof und Stadtbusdepot sollen einen neuen Standort erhalten
Der Werkhof und das Busdepot der Stadt Frauenfeld sind sanierungsbedürftig. Da eine Sanierung die weitreichenden Probleme aber nicht alle lösen würde, wird ein Neubau an einem neuen Standort bevorzugt.
Frauenfeld Aus einer nicht mehr tragfähigen Situation soll eine Aussiedlung werden. Der heutige Standort des Werkhofs und des Stadtbusdepots an der Gaswerkstrasse sei zu klein, sanierungsbedürftig und erfülle teilweise gesetzliche Anforderungen nicht mehr. «Wir planen also eine Aussiedlung von Werkhof und Stadtbusdepot. Als neuer Standort ist das Areal Grosse-Allmend-Strasse vorgesehen», erklärte Stadträtin Andrea Hofmann Kolb. Eine Strasse, die neu entstehen und parallel zur Waffenplatzstrasse verlaufen soll. Doch für einen neuen Standort benötige es einen Landkauf. «Dieser ist zwingend notwendig für die Planung und Weichenstellung des Projekts. Über die Vorlage soll im September abgestimmt werden.»
Gebäude überaltert
Der aktuelle Standort an der Gaswerkstrasse befinde sich quasi mitten in der Innenstadt und im Wohnquartier. «Wir sind hier mittendrin. Schon früh morgens startet der Betrieb und sorgt für Lärm. Das ist auch für die Anwohner lästig», so Sascha Bundi, Leiter Amt für Tiefbau und Verkehr. «Das aktuelle Gebäude funktioniert, ist aber überaltert. Wir haben keine geschlechtergetrennten Garderoben, auch die Infrastruktur ist nicht mehr zeitgemäss.» So werde die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte ausgebremst. Ein Neubau führe zu einer modernen und effizienten Infrastruktur und sorge für bessere Arbeitsbedingungen.
«Eine Sanierung ist weder nachhaltig noch zukunftsorientiert», sagte Robert Scherzinger, Leiter Amt für Hochbau und Stadtplanung. Die Gebäude seien mittlerweile zwischen 50 und 60 Jahre alt, die Stadt Frauenfeld habe die Liegenschaft vor rund 35 Jahren von der Firma Hugelshofer übernommen. «Eine Sanierung des aktuellen Standorts würde zwischen 15 und 20 Millionen Franken kosten. Und selbst dann hätten wir hier immer noch zu wenig Platz.»
Mit dem neuen Standort wolle man die Innenstadt «befreien». «Das Areal auf der Grossen Allmend bietet genügend Fläche, um Werkhof und Stadtbusdepot unterzubringen. In Zukunft besteht sogar die Möglichkeit, bei Bedarf die Feuerwehr und Thurplus an diesen Standort auszusiedeln.» Man befinde sich im engen Austausch mit der Armee und auch dem Pferdesportverein, dieser sei direkt von diesem Projekt betroffen. «Die zusätzliche Erschliessungsstrasse, die Grosse-Allmend-Strasse ist nötig. Hierdurch schaffen wir eine Abgrenzung zwischen Armee und Stadt», so Scherzinger weiter. Man habe eine mehrjährige Standortprüfung durchgeführt. So befinde sich der neue Standort bereits in der Zone für öffentliche Bauten und teilweise im Besitz der Stadt.
Volksabstimmung zu Landkauf und Projektierung
Die Kaufverträge für die beiden betroffenen Parzellen seien bereits ausgehandelt und müssten bis Ende 2026 unterzeichnet werden. «Der Landwert an diesem Standort ist günstiger als an den anderen geprüften. Ohne den Landkauf ist eine Erschliessung nicht möglich», betonte Stadtpräsident Claudio Bernold. Eine Sanierung sowie alternative Standorte seien schlichtweg teurer als die präsentierte Variante. «Der Kredit von 11 Millionen Franken beinhaltet den Landkauf von zwei Parzellen für 8,3 Millionen Franken, sowie des Planungs- und Projektierungskredit für Werkhof, Busdepot und Strasse für 2,7 Millionen Franken.» Der Baukredit für das Projekt würde nach einem Architetkurwettbewerb und der Projektierung im Jahr 2028 erfolgen, der Bezug sei für 2031 vorgesehen. «Es ist wichtig, dass wir jetzt handeln. Wenn wir länger warten, wird das Projekt auf Dauer noch teurer.»
Die Finanzierung sei solide und vorausschauend. Zum einen sei eine Vorfinanzierung aus Neubewertungsreserven in Höhe von 14 Millionen Franken vorhanden. «Zudem erhält die Stadt Geld aus dem Verkauf von städtischen Landreserven», so Claudio Bernold. Das Projekt habe aktuell keinen Einfluss auf den Steuerfuss, man rede von für die Stadt tragbaren Kosten.
«Mit einer Aussiedlung generieren wir Mehrwerte für die Stadt Frauenfeld. So wird das Wohnquartier entlastet, das aktuelle Werkhof- und Busdepot-Areal bietet Platz für etwa neuen Wohnraum und Mischnutzung», sagte der Stadtpräsident. Man investiere mit dem Projekt in die Zukunft, die Innenstadt gewinne dadurch an Qualität. So werde für den Standort an der Gaswerkstrasse bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt.
Von Nico Wrzeszcz