Thomas Koller, Vorsitzender der Geschäftsleitung, und Hanspeter Hutter, Leiter Bereich Finance & Risk, präsentierten das Halbjahresergebnis 2025 der TKB. Bild: zVg
20.08.2025 15:00
TKB weiter gut unterwegs
Die Thurgauer Kantonalbank schreibt auch im ersten Halbjahr 2025 weiterhin gute Zahlen. So liegt der Geschäftserfolg gut fünf Prozent über der Vorjahresmarke. Der ausgewiesene Halbjahresgewinn von rund 80 Millionen Franken ist leicht tiefer als im Vorjahr.
Weinfelden Das Bankergebnis sei immer stark vom Umfeld geprägt, sprich von den Zinsen, dem Immobilienmarkt, der Wirtschaft und der Börse. «Gerade an der Börse haben wir durch die Zollankündigungen aus den USA einen wilden Ritt erlebt», erklärte TKB-Geschäftsleiter Thomas Koller. Während der Immoblienmarkt weiterhin stabil bleibe, sei die Unsicherheit bei den Unternehmen durch die Zölle spürbar. «Die Exporte sind weiter zurückgegangen, die Thurgauer Wirtschaft befindet sich mittlerweile auf Augenhöhe mit dem Schweizer Durchschnitt. Erfreulich ist, dass das Baugewerbe weiterhin über dem Schweizer Schnitt liegt.»
Wachstum in fast jedem Bereich
Die TKB kann in ihrem ersten Halbjahr 2025 auf positive Zahlen blicken. «Unser Geschäftserfolg ist um 5,5 Prozent höher als noch im Vorjahr, beim Gewinn haben wir ähnlich gut abgeschnitten», erklärte Hanspeter Hutter, Leiter Bereich Finance & Risk. In ihrem Kerngeschäft, dem Hypothekargeschäft, konnte die TKB im ersten Semester zulegen. Das Hypothekarvolumen stieg um rund 280 Millionen auf 25,6 Milliarden Franken (+ 1,1 Prozent). Die gesamten Ausleihungen wuchsen um 1,3 Prozent auf 27,3 Milliarden Franken. Der Netto-Neugeldzufluss beträgt rund 200 Millionen Franken. Die verwalteten Kundenvermögen übertreffen neu die Marke von 27 Milliarden Franken (+ 1,6 Prozent). Die Bilanzsumme der Bank beläuft sich auf 35,3 Milliarden Franken.
Positiv präsentiert sich auch die Ertragslage der TKB. Im Zinsdifferenzgeschäft, dem bedeutendsten Pfeiler, resultiert ein Plus. Beim Bruttoerfolg beträgt dieses 4,5 Prozent. Rund 5 Prozent höher ist der Zuwachs nach Berücksichtigung des tiefen Wertberichtigungsbedarfs. So beläuft sich der Erfolg aus dem Zinsengeschäft auf 149,3 Millionen Franken (+ 7,2 Millionen). Im Kommissionsgeschäft konnte die Bank den Ertrag um 7,9 Prozent (+ 3,1 Millionen) erhöhen. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft beträgt 42,5 Millionen. Franken. Das Handelsgeschäft glitt etwas zurück (- 8,3 Prozent). Es partizipiert mit 21,8 Millionen Franken am Geschäftsertrag. Dieser beläuft sich auf rund 216 Millionen Franken (+ 4 Prozent).
Kosten moderat gestiegen
Die Kostenentwicklung ist geprägt von der Umsetzung der Unternehmensstrategie 2023 bis 2027. «Unser Geschäftsaufwand ist um 1,8 Prozent gestiegen. Der Sachaufwand konnte stabil gehalten werden, der Personalaufwand ist um etwa 2 Millionen Franken gestiegen», so Hutter. Wie effizient die TKB arbeite, zeige sich am Cost-Income-Ratio. Diese konnte bei tiefen 44,6 Prozent gehalten werden.
Während der Halbjahresgewinn bei rund 80 Millionen Franken liegt (-0,7 Prozent zum Vorjahr), konnten auch die Eigenmittel weiter gestärkt werden. «Wir haben weitere 25 Millionen Franken zur Stärkung der Eigenmittel verwenden können und liegen dort bei rund 2,8 Milliarden Franken und somit über 900 Millionen über den geforderten Eigenmitteln», zeigte sich Hanspeter Hutter erfreut. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet die TKB mit einem Unternehmenserfolg im Rahmen des Vorjahres.
TKB baut Angebot weiter aus
Das TKB-Motto «Mehr als eine Bank» wird auch in den laufenden Jahren weiter verfolgt. «Wir haben weiterhin das Ziel, die beste Hybrid-Bank zu sein. Im Bereich Private-Banking sind wir die zweitbeste Regionalbank, bei der Comparis-Umfrage zur Kundenzufriedenheit liegen wir auf Platz vier», präsentierte Thomas Koller stolz. So sei die TKB auch, gemäss neuster IFZ-Studie, die elftbeste Digitalbank, bei der Kundenzufriedenheit liege der Wert im überdurchschnittlich guten Bereich. Auch treibe die TKB den Umbau zu Beratungsbanken weiter voran, wie in Frauenfeld, Müllheim und Kreuzlingen.
Besonders ist das neue TKB-Pensionszentrum. «Wir bündeln hier die Vorsorge-, Pensions-, Erbschafts- und Steuerberatung in einem Pensionszentrum. Wir bieten hier eine unabhängige Beratung für Kunden und Nichtkunden an, das Erstgespräch ist sogar kostenlos», so Koller. Die TKB ermögliche mit dem Instant Payment auch das Senden von Sofort-Zahlungen, analog zu Twint. In Güttingen starte mit der Schweizer Post zusammen ein Pilotprojekt in Form eines neues Bancomat-Standorts. Ebenso erfreulich für die TKB sind die 2500 neuen Kundinnen und Kunden im ersten Semester. Auch Beratungstermine würden immer häufiger online gebucht werden. Als Arbeitgeberin wurde die TKB als beste Bank im CH-Rating von der Handelszeitung ausgezeichnet. «Wir konnten auch in diesem Jahr wieder 15 Lehrabschlüsse feiern. Alle Lehrabgänger erhalten einen Anschlussjob für mindestens ein Jahr bei der TKB. Und auch in diesem Jahr dürfen wir wieder 17 neue Lernenden bei uns begrüssen», erklärte der Geschäfsleiter. Weiterhin beteilige sich die TKB in einem vielfältigen Sponsoring, unter anderem als Hauptsponsorin am Kantonal-Musiktag, der Schlossfestspielen Hagenwil oder auch beim Thurgauer Tourismuspreis.
Und auch im Bereich Nachhaltigkeit stelle sich die TKB neu auf. So habe man in diesem Jahr erst die Nachhaltigkeitsstrategie aktualisiert für die Jahre 2026 bis 2030.
Von Nico Wrzeszcz