Wohnen im Alter wird immer wichtiger
Der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum steigt stetig an. Die Stadt Frauenfeld will mit dem Projekt «Zufrieden Wohnen im Alter» diesem Problem entgegenwirken.
Informierten über das Projekt "Zufrieden Wohnen im Alter": v.l. Urban Kaiser, Leiter Amt für Alter und Gesundheit, Stadträtin Regine Siegenthaler, Sabine Binder, externe Begleitung Sozialraum, und Doris Wiesli, Leiterin Fachsteller für Alters- und Generationenfragen. Bild: Nico Wrzeszcz
Der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum steigt stetig an. Die Stadt Frauenfeld will mit dem Projekt «Zufrieden Wohnen im Alter» diesem Problem entgegenwirken.
Frauenfeld Der Anteil der älteren Bevölkerung nimmt immer weiter zu, im Jahr 2040 werden in Frauenfeld bereits doppelt so viele Personen im Alter über 80 leben, als noch 2022. «Somit ist das Thema Wohnen im Alter sehr wichtig. Die Stadt Frauenfeld muss sich hier unbedingt weiterentwickeln», erklärte Stadträtin Regine Siegenthaler. Viele Menschen wollen auch im hohen Alter selbstbestimmt leben und bei Bedarf so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Das Projekt sei ein Versuch, eine neue Wohnform entstehen zu lassen.
Das Amt für Alter und Gesundheit habe bereits viele Anfragen für innovative und gemeinschaftliche Wohnmodelle erhalten, sowohl von Betroffenen als auch von Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Institutionen. Doch bisher fehlen weitgehend die Strukturen. «Mit diesem Projekt wollen wir dies ändern und auch innerhalb der Stadt besser zusammenarbeiten», so Siegenthaler weiter.
Bis 2027 sollen Wohninitiativen vorwärts gebracht werden und Managementstrukturen entwickelt werden. «Es geht darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dafür ist es wichtig, dass auch städtische Stellen künftig besser zusammenarbeiten», führte Urban Kaiser, Leiter Amt für Alter und Gesundheit, aus. Gerade im Bereich Mangementstruktur gehe es darum, den Prozess anhand eines Kriterienkatalogs zu begleiten. «Initiativen können nur dann weiterverfolgt und von der Stadt unterstützt werden, wenn sich die Initianten genügend tief mit dem Projekt auseinander gesetzt haben.»
Dabei nimmt auch der Sozialraum eine besondere Bedeutung ein. «Es geht hier vor allem darum, das soziale Gefüge zu stärken. Vor allem im höheren Alter braucht es auch eine intakte Nachbarschaft», sagte Sabine Binder vom Sozialplanungsbüro kreis & rund GmbH. In verschiedene Laboren werde das Projekt getestet. Dazu gehören unter anderem die Genossenschaft Alterssiedlung Frauenfeld, die Parksiedlung und ein Architekturbüro. «Es ist wichtig mit den dortigen Bewohnern und auch Eigentümern in einen Austausch zu kommen und die Bedürfnisse herauszuarbeiten. Auch städtische Liegenschaften werden in Betracht gezogen. «Hier stellen sich jedoch viele Fragen, unter anderem wie es gelingt, einen geeigneten Prozess auszulösen», so Doris Wiesli, Leiterin Fachstelle für Alters- und Generationenfragen.
Die Liegenschaft an der Gerlikonerstrasse 4 wurde auserkoren für die Entstehung einer Alters-WG. Früher wurde dort betreutes Wohnen angeboten, heute steht das Gebäude, noch, leer. «Das Gebäude gehört der Stadt und bietet sich auch durch die Raumaufteilung und die Vielzahl der Nasszellen perfekt dafür an», betonte Urban Kaiser. Es gebe eine gemeinsame Küche mit Aufenthaltsraum und biete Platz für vier bis sechs Personen. «Natürlich können wir noch nicht sagen, ob dieses Projekt in dieser Form auch funktioniert. Aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.» Es sei zudem nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Labore hinzukommen.
Wer sich genauer über die Alters-WG informieren möchte, für den bietet die Stadt Frauenfeld am 10. September von 17 bis 19 Uhr eine Infoveranstaltung an. «Hier können interessierte Privatpersonen das Haus besichtigen. Ebenso sollen weitere Ideen für gemeinschaftliches Wohnen auch ausserhalb der Liegenschaft gesammelt werden», erzählte Urban Kaiser. Unterstützt beim gesamtem Projekt wird die Stadt Frauenfeld von der Age-Stiftung, diese stellt der Stadt Frauenfeld 232'000 Franken als Projektbetrag zur Verfügung.
Von Nico Wrzeszcz
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